Viel wird von Netzen geredet, wenn es um den Ausbau der Erneuerbaren Energien geht, obwohl Strom ja nur den kleineren Teil ausmacht. Dann geht es darum, wie teuer uns das alles kommen wird. Riesige Kosten werden uns vorgerechnet.
Logisch: Zum einen wollen die großen Stromhersteller ja gerne, dass das Geschäft bei ihnen bleibt. So sollen große Windparks nun anstelle von Kernkraftwerken die Gewinne bringen. Da muss dann das Kabel weg vom Rhein und seinen Nebenflüssen und hin Richtung Nordsee. Und das sollen wir bezahlen, damit uns auch künftig die Großen weiter beliefern.

Zum zweiten haben die Netzbetreiber seit über 10 Jahren gewusst, was zu tun ist, aber Investitionen immer weiter verzögert. Nun wo die Erneuerbaren über 20% ausmachen, muss nun alles auf einmal passieren, was sich hätte gut auf viele Jahre verteilen lassen und so günstiger gekommen wäre.

Weiterführende Informationen

Monitor: Warum der Strom wirklich teurer wird

Netzentwicklungsplan – Webseite der Betreiber

Informationen der Bundesnetzagentur

Solarenergie lässt Börsenpreis für Strom sinken

Studie des Instituts für Zukunfts-Energie-Systeme (IZES)
im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW).
Davon profitieren allerdings nur große Industriekunden -
während es für Verbraucher sogar teurer wird.

Zum 1. April müssen die Stromnetzbetreiber jetzt einen nationalen Netzentwicklungsplan vorlegen, da bisher immer nur drüber geredet wurde, was denn wirklich notwendig ist.
Doch das kann nicht mit Smart Grid, mit einem intelligentem Netz gemeint sein. Jedenfalls nicht, wenn auch eine dezentrale Erzeugung aus der Region für die Region möglich ist, die die Kosten für das Hochspannungsnetz minimieren hilft.
Natürlich muss auch bei uns in den Anschluss von PV- und Windkraft-Anlagen investiert werden, aber es wird mehr direkt vor Ort verbraucht. Und die Wertschöpfung bei den Investitionen bleibt in der Region, wenn es uns gelingt diese gemeinsam zu stemmen.
Wenn der hausgemachte Strom nicht ausreicht, kann dann der aus der Region mittels einer klugen Steuerung zum Beispiel ein Elektroauto betanken, wenn es gerade günstig ist.
Es gründen sich derzeit landauf-landab Bürgerenergiegenossenschaften, die die Energiewende in Bürgerhand nehmen wollen. Wir werden uns demnächst einmal erzählen lassen, wie so etwas erfolgreich gestaltet werden kann.

 

Ihr

Michael Meinel
Beigeordneter im Gemeindevorstand von Lahntal für Klimaschutz und Energiewandel
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Von Michael Meinel, 26. Januar 2012, 09:02 Uhr

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